1 hour 16 minutes
Some articles contain affiliate links (marked with an asterisk *). If you click on these links and purchase products, we will receive a small commission at no extra cost to you. Your support helps to keep this site running and to continue creating useful content. Thank you for your support!
Obligatorischer Absatz: Karl Kraus gilt als einer der bedeutendsten Aphoristiker deutscher Sprache. Ob berühmte Schriftsteller oder die Presse - nichts und niemand wurde von der Kritik seiner Feder verschont. Bekannte Künstler wie Stefan Zweig, Georg Trakl, Thomas Mann und andere zollten ihm Respekt, aber die Zahl seiner Feinde in Kunst und Gesellschaft war enorm. Als Vorleser hinterließ er aufgrund seiner Sprachgewalt und Persönlichkeit angeblich einen äußerst außergewöhnlichen Eindruck. Freier Text: Karl Kraus könnte als Fleisch gewordener ironischer Spiegel oder als Echo der Wahrhaftigkeit einer Gesellschaft beschrieben werden, in welcher die tagtägliche Informationsmüllflut und der Aberwitz des Alltags eine Normalität suggerieren, welche in ihrem Wahnwitz längst grotesker als jede Fiktion erscheint. Unter der Prämisse 'Ich glaube nicht an Wunder, ich habe zu viele gesehen' (Zitat Oscar Wilde) reflektiert Kraus den 'normalen Wahnsinn' in schonungsloser satirischer Genialität mit der sprachlichen Eleganz und Sicherheit eines Meisters seines Faches und der Unbestechlichkeit und Reinheit eines ungeborenen Propheten-Fötus. Der österreichische Chef-Dandy Frank Wedekind, dessen Dramen an Lebenswirklichkeit nicht zu überbieten sind und in welchen sich schon mal eine 100%ige Feministin in einen Zuhälter verliebt und Ibsen, der von vielen bis heute als größter Dramatiker der näheren Vergangenheit verehrt wird, stehen in der vorliegenden Episode im Mittelpunkt, angereichert u.a. durch nähere Betrachtung einer wichtigtuerische Briefbekanntschaft Ibsens. Der Literatur und Lüge-Reihe erster Teil.